12: Zum Gipfel und dann weiter...

12: Zum Gipfel und dann weiter...

Um 2 Uhr morgens klingelt der Wecker... es hatte 5 Grad in der Nacht und die dünne Matratze war auch nicht gerade erholsam. Zum Frühstück gibt es eine Scheibe Toast. Als alle fertig sind ging es dann los.

Man merkt etwas den Anstieg von gestern in den Beinen. Da mir die Gruppe zu langsam ist laufe ich in meinem eigenen Tempo. Wenn man zurücksieht, sieht man eine Kolonne aus Stirnlampen den Berg hinauflaufen. Da wir erst um 2:45 gestartet sind, sind einige Menschen vor uns uns man sieht wie sich eine Schlange aus Stirnlampfen den Berg hinaufwindet. Nach dem ersten größeren Anstieg ist die Gruppe weit hinter mit und ich habe wieder meinen eigene Guide. Dieser hustet etwas nach dem Anstieg und ich fordere Ihn auf mir nach den ersten Anstieg seinen Rucksack zu geben. Schließlich will ich mein Tempo beibehalten und da muss der Guide schon mithalten.

Der Weg zum Gipfel

Es geht weiter in der Finsternis den kleinen Weg weiter. Der Lichtkegel der Stirnlampe bietet die einzige Sicht. Ständig überholen wir irgendwelche Leute, Paare und Gruppen. Irgendwann ist nur noch eine handvoll Leute vor mir. Irgendwie hoffe ich, dass der Gipfel noch weit entfernt ist damit ich diese Leute auch noch überholen kann. Einige Zeit später sehe ich nur noch wenige Lichter vor mir. Einige recht nah, einige etwas weiter weg... hoffentlich ist der Gipfe noch etwas.

Ich merke wie es steiler wird, kann mein Tempo halten und die Lichter kommen näher. Dann passiere ich das letzte Licht und kurz darauf beginnt ein Anstieg. Es ist eine Mischung aus scharfkantigen Vulkangestein der von faustgroß bis Sandkorngröße geht. Die Steigung ist wahnsinnig und man rutscht die ganze Zeit zurück. Stellt euch vor ihr lauft eine Sanddünne hoch im Wettrennen gegen den Sonnenaufgang und seht nicht wann die Sanddünne zu Ende ist. Mein Guide kann kein Englisch und seit einer Stunde antwortet er auf die Frage wie weit es noch ist mit "One Hour".

Es geht den Anstieg hoch... eine Minute laufen und dann eine oder zwei Minuten ausruhen. Wenn ich mich umdrehe, sehe ich eine Schlange aus Lichtern. Einige nur 50 Meter hinter mir, diese kämpfen sich aber auch den Hand hinauf und brauchen sicherlich für diese 50 Meter einige Minuten. Mein Guide kann nicht mehr und setzt sich auf einen Stein und sagt "Break". Ich mache jetzt aber keine Pause, dafür bin ich gerade zu gut im Lauf. Die Oberschenkel brennen und ich überlege aufzugeben. Nichts da, es geht weiter! Nach einer gefühlt endlosen Zeit endet der Anstieg und es kommen kantige Felsspalten zwischen die Man durchklettern muss. Dann kommt ein erneuter Anstieg... dieser ist recht kurz und man sieht durch den nahenden Sonnenaufgang die Umrisse des Gipfels. Die Waden und Oberschenkel brennen und die Schuhe sind voller schwarzer Sand.

Dann komme auf das Plateau. Es geht nicht mehr weiter, ich bin oben... endlich! Auf dem Boden liegt ein Schild mit dem Namen des Berges, alles ist dunkel und in der Ferne sieht man das leichte Band der aufgehenden Sonne. Minuten später kommen weitere Leute und mein Guide. Ich frage wann der Sonnenaufgang beginnt. Um 5:50 Uhr... ich  war auf dem Gipfel um 5 Uhr... und der Wind pfeift und es ist eisig kalt. Dementsprechend muss ich mindestens 50 Minuten in dieser Kälte ausharren. Mein Guide biete mir Kekse an und ich genieße die Aussicht und die aufgehende Sonne. In 2:15h den Gipfel hoch, die Guides meinten man benötigt circa 4 Stunden.

Mit dem Sonnenaufgang wird es auch ein bisschen wärmer auf dem Gipfel. Zwar nicht mollig warm und die Hände frieren immer noch, man muss aber nicht mehr auf der Stelle hüpfen damit man nicht einfriert. Gegen 6:20 Uhr oder 6:30 Uhr mache ich mich wieder mit einen Teil meiner Gruppe auf den Rückweg. Nach einigen Metern fang ich an Downhill-Trackrace zu machen. Also nehme ich die Beine in die Hand und hüpfe den Berg hinunter. Dabei mache ich noch einige Bilder vom Weg.

Auf dem Rückweg kommen mir einige Leute entgegen die immer noch am Aufstieg sind. Manche sitzen hechelnd am Rand und pausieren. Gegen 7 Uhr komme ich am Base Camp an und ein Teil unserer Guide wacht gerade in ihrem Zelt auf. Sie schauen mich fragen an wollen wissen warum ich schon wieder zurück bin. Naja ich war oben und bin dann wieder zurückgekommen. Sie machen mir einen Tee und ich setze mich auf eine Decke und warte. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten kommen weitere aus meiner Gruppe. Manche habe es auf den Gipfel geschafft, andere nicht. Die Guides beginnen das Frühstück vorzubereiten.

Anschließend wurde die Sachen gepackt und es ging weiter. Zuerst ein kurze ebene Strecke und dann ging es eine Felswand hinunter. Nach gut einer Stunde war die Felswand überwunden und es wurde weiter zum See gelaufen. Dort angekommen wurden die Klamotten ausgezogen und ich stürzte mich ins Wasser. Erfrischen kalt war die Temperatur aber doch wärmer als erwartet. Während einige sich nur hüfthoch ins Wasser wagten, genosse ich es den Staub und Dreck von der Haut zu waschen.

Nach den See ging es weiter zu einer heißen Quelle wo wir ungefähr eine halbe Stunde verweilten. Das Wasser war wunderbar warm und es fühlte sich besonders toll an mit den Kopf in das heiße Wasser unterzutauchen. Anschließend ging es zurück zum See wo wir unser Mittagessen hatten.

Hot Spring - heiße Quelle

Da der erste Aufstieg am frühen Morgen nicht genug war, folgte ein weiterer gut zweistündiger Aufstieg zum zweiten Base Camp. Ein Trampelpfad über Steine, Felsbrocken, behälfmäßige Metalltreppen und Steilhänge entlang die mit einem Seil gesichert sind. Zuerst liefe ich mit der Gruppe und unterhielt mich etwas mit den anderen. Als die dann anfingen alle 15 Minuten stehenzubleiben um zu warten oder Pause zu machen, ging ich alleine im meinen Tempo weiter. Nach einer gewissen Zeit höre ich ein Guide über eine Felsklippe rufen "Achim warum bist du so schnell". Ich antworte "du bist zu langsam".

Base Camp

Angekommen am Base Camp wartete ich dann eine gute halbe Stunde, dann kamen auch weitere Teile der Gruppe an. Die Zelte wurden aufgebaut und dann der Sonnenuntergang betrachtet. Es wurde recht kalt und ich sagte zu einem der Guides das wir ein Lagerfeuer machen sollten. Also wurde die Stirnlampe rausgekramt und im Dunkeln ging es die Hänge entlang um altes Holz und tote Äste zu finden.

Nachdem wir noch etwas am Lagerfeuer sahsen gab es Abendessen und dann gingen auch bald alle ins Zelt um zu schlafen.