35: Islandhopping nach Siquijor

35: Islandhopping nach Siquijor

Heute geht es weiter auf eine Insel und ich nehme eine Freundin mit die ich in Indonesien kennengelernt habe. Also stehe ich früh auf, packe meine Sachen, checke aus und laufe zu ihrem Hostel. Auf dem Weg kläre ich schon ein Tricycle welches uns zur Busstation bringt. Nachdem ich dann 30 Minuten gewartet hab bis sie ihre Tasche gepackt hat, ging es auch dann los.

Ich merkte dabei direkt wieder, dass ich viel zu groß für die Philippinen bin... sagen wir es mal so. Im Taxi (Tricycle) hatte ich eher weniger Beinfreiheit und ich musste recht gebückt sitzen.

An der Busstation angekommem wurde dann auf den Bus gewartet. Wann der kommt, wissen nicht mal die Einheimischen. Aber er kommt und das jede Stunde. Wir warten erneute für 20 bis 30 Minuten und dann wird es laut und schnell, der Bus kommt. Also rein da!

Nach ein zwei oder drei Stunden werden wir dann rausgeworfen, wir müssen noch ein Tricycle auf den letzten Metern nehmen. Leider schnappen uns einige andere Reisende das Tricycle direkt vor der Nase weg. Laut Google Maps sind es 10 Minuten zu Fuß und wir laufen mal los. Nach ein oder zwei Minuten hält ein Tricycle neben uns und fragt ob er uns mitnehmen kann. Natürlich und er will auch nur 50 Pesos pro Person, Schnäppchen. Die 10 Minuten von Google Maps stimmen absolut nicht, bzw. fahren wir fast 30 Minuten.

Ich habe mir aber abgewöhnt das endgültige Reiseziel zu sagen und nicht die Zwischenstationen, die Einheimischen wissen dann schon wo sie einen hinbringen sollen. Also geht es ein paar Dörfer weiter, einen paar kleine holprige Straßen (ernsthaft hab ich nicht mehr geglaubt dass es da noch einen Hafen gibt) aber dann war er da, der Hafen. Dürft euch jetzt aber nicht so einen Hafen vorstellen wie am Bodensee. Eher ein kleine Haus mit Pavillion und ins Wasser geht ein 40 Meter langer Betonsteg, der sogenannte Hafen. Das Boot geht in 10 Minuten, wir lösen die Tickets und gehen nochmal auf die Toilette.

Nach 90 Minuten sind wir in Dumagette... also eine andere Insel, da wollen wir aber nicht hin. Wir benötigen noch ein weiteres Boot beziehungsweise eine Fähre um an unser Ziel zu kommen. Wie sollte es auch anders sein, sind wir nicht am richtigen "Hafen" und müssen zu einem anderem Hafen in der Stadt. Also erneut ein Tricycle angeheuert (mittlerweile verhandle ich gar nicht mehr sondern sage einfach meinen Preis und mache so lange rum bis sie mich dafür fahren. Der Liter Sprit kostet ungefähr einem Euro und die Fahren mich 20 Minuten mit einem Roller der faktisch kaum was verbraucht.)

Ich verklickere dem Fahrer noch er soll bei einem Supermarkt anhalten, weil ich noch ein paar Snacks und Wasser kaufen möchte. Dabei frage ich ihn ob er auch etwas möchte - Klar, eine CocaCola. Ich rolle innerlich mit den Augen und gehe in den Supermarkt. Die philippinischen Packungsgrößen sind eigentlich ein kleiner Witz. So eine Packung atmen ich teilweise in einem Zug weg. Getoppt wird das noch, dass mir der Kassierer viel zu wenig Wechselgeld rausgibt, merke ich aber erst als wir weitergefahren sind.

Wir kommen an einem Haus an, hier werden die Tickets gekauft. Ich handele noch einen Studentenrabatt raus und ich dachte dann geht es zum Boot. Aus unerklärlichen Gründen sind aber das Tickethaus und der Eingang zum Hafen nicht an der gleichen Stelle sondern 500 Meter entfernt. Langsam ist unsere Stimmung auch nicht mehr sooo gut, aber wir trotten dort hin. Dort warten wir eine Stunde, da unser Boot erst später fährt - Nebendetail: Es hat 35 Grad Celcius und die Luftfeuchtigkeit ist recht hoch.

Irgendwann gehen wir dann in den Hafen, Zahlen wie schon zuvor die Hafengebühr und laufen dann zum Schiff. Dort werden gerade noch ein paar LKWs geladen, wir gehen auf die Passagierebenen. Nach einer erneuten Wartezeit hört man die Dieselmaschinen ertönen. Gruß an meine Eltern, bin sehr froh über die Packung Ohrstöpsel! Der Auspuff röhrt und die Fähre setzt sich in Bewegung.

Nach zwei Stunden taucht die Insel auf - endlich! Das Wasser ist herrlich blau, es ist angenehm warm und wir sind glücklich endlich dort zu sein (dachten wir!). Das Hafenviertel ist jetzt keine Pracht, liegt wahrscheinlich auch daran dass es ein Hafenviertel ist. Eine erneute Welle von Taxifahrern rollt auf uns zu und wir versuchen zu verhandeln. Diese haben aber ganz klare Listenpreise und schauen mir sogar die Liste.

Irgendwann kommt das Thema auf einen Roller zu vermieten... nach drei Tricycles, zwei Fähren und einer Busfahrt habe ich wirklich wenig Lust noch 30 Minuten mit meinem Rucksack und der Freundin und ihren Rucksäcken (plural!) über die Insel zu fahren. Sie fährt keinen Roller und die nächsten Tage brauchen wir sowieso einen... also beginnt die letzte Tortur des Tages.  

An der Unterkunft wird eingecheckt, geduscht und dann werfe ich mich erstmal im die Hängematte. Kurz darauf ging dann auch schon die Sonne unter und abgesehen vom Abendessen war dann der Tag zu Ende.